Mittwoch, 21. Januar 2009

Wettlauf für die Dumpfbacken

Im Rhein-Erft-Kreis kandidiert ein "Promi-Nazi" für die NPD im Wettbewerb u.a. mit einer Bewerberin von ProNRW für das Landratsamt.
In Recklinghausen kandidiert voraussichtlich neben WIR auch UBP mit dem Wahlkampfschwerpunkt "Gefahr der Islamisierung".
Die beiden werden sich sicherlich einen interessanten Wettlauf um die griffigsten Abstrusitäten liefern müssen.
Mal schauen, ob es den "Etablierten" gelingt, sich öffentlich und ausdrücklich von diesen Kampagnen abzugrenzen, oder ob sie lieber darauf vertrauen, dass die bekannte Seriosität der rechtspopulistischen Bewerber die Spreu vom Weizen trennen wird.

Das eigentlich Unbefriedigende an der bevorstehenden Kommunalwahl wird erneut das Ergebnis sein.
Damit meine ich keineswegs, dass ich schon jetzt die Zusammensetzung der Räte und Kreistage genau wüßte.
Darüber weiß ich nur soviel: Diese Zusammensetzung wird sich hinsichtlich des Anteiles von Mandatsträgern mit Zuwanderungshintergrund kaum positiv verändern.

Die Etablierten werden mit Blick auf die populistische Konkurrenz erneut kein Risiko bei der Aufstellung ihrer eigenen Wahllisten eingehen. Im Gegenteil wird die SPD eher mit Blick auf Hessen noch ein wenig zögerlicher agieren. D.h. selbst in Großstädten dürften bislang von Muslimen erreichte Mandate eher wieder verloren gehen, als dass eine zahlenmäßige Ausweitung zu erwarten wäre.

Die Zuwanderer selbst finden den Weg in die Selbstorganisation offenbar nur schwer; möglicherweise gar nicht.
Ich weiß natürlich auch nicht, ob sich nicht doch unter den 40% Nichtwählern ein nennenswerter Anteil durch eine Migrantenliste zur Wahl von rechten, ausländerfeindlichen Kräften bewegen ließe.
Ich bin aber sicher, dass eine Migrantenliste die mindestens zehn Prozent Wahlberechtigte mit jüngerer Zuwanderungsgeschichte an die Wahlurne locken könnte.

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