Sonntag, 25. Januar 2009

Wer nichts macht, macht nichts falsch

Wenn man die Zukunftsfähigkeit seiner Stadt im Auge behalten will, muß man allerdings "was tun".
Man kann z.B. darüber klagen, wie schlimm alles früher war, oder man kann sich auch daran erinnern, wie toll früher alles war.
Aber ganz sicher muß Mann den Dingen seinen Stempel aufdrücken.
Dafür darf Mann dann auch schon mal andere vor die Wand fahren lassen.
Alles nette Floskeln.
Und nun wechseln wir zu den wahrhaftigen Problemen unserer Zeit.

Ich erinnere mich an den Refrain aus einem Lied einer Deutschrock-Band aus der DDR.
"Jegliches hat seine Zeit - Steine sammeln, Steine zerstreun - Bäume pflanzen - Bäume abhauen ..."
Das beschreibt aktives Tun und vielleicht sogar darauf gerichtetes verantwortliches Handeln.

In der Kommunalpolitik ist es mit der Verantwortung nicht so sehr weit her.
Es macht auch überhaupt nichts, wenn man viel tut und dabei fast alles falsch macht.
Entscheidend ist die persönliche Befähigung, dem Wähler nachher zu sagen, dass erstens alles gut wird und zweitens man das so ja schließlich nicht ahnen konnte.

Es sollte sich nun niemand erschreckt fühlen, wenn sich Dinge anders entwickeln, als er sie sich gewünscht hätte. Aber es sollte vielleicht jeder diese Möglichkeit einfach mal so als eben solche ins Auge fassen.

Nun will MFI die Recklinghausen Arkaden realisieren.
Ich finde den Entwurf gut.
Ich finde aber auch das Projekt von multidevelopement gut.
Bei beiden Investoren weiß ich nicht, ob sie nicht auch im Sog der Finanzkrise möglicherweise noch ein wenig mit ihren Planungen ins Stolpern geraten können.

Das brächte uns dann eine, vielleicht zwei hübsche Baustellen im Zentrum von Recklinghausen ein und Wolfgang Pantförder würde dann möglicherweise 2014 nicht mehr mit dem Bonus der gelungenen Stadtverschönerung antreten können.
Wer weiß das schon?

Was wir sicher wissen ist, dass zumindest das finanzielle Risiko für die Steuerzahler überschaubar bleibt. Zwei Filet-Immobilien verscherbelt und die Investition für das "technische Rathaus." Diesmal wird die stadteigene Garagenplanerin sicher sorgfältiger kalkulieren, als dies ihre Kollegen bei allen bekannten jüngeren Bauprojekten getan haben.

Anders als beim cross-border-leasing und auch anders als beim Saalbau.
Diese beiden Projekte zeigen, dass völlig bedenkenlos von der Ratsmehrheit Wechsel auf die Zukunft ausgestellt werden, an denen noch unsere Enkel knabbern werden.

Nichts ist wirklich durchfinanziert.
Das cbl versteht eh kein Mensch, weshalb man für den Abschluß auch noch nette Honorare an die Vermittler zahlen mußte, damit man wenigstens die Hoffnung formulieren konnte, wenigstens diese hätten gewußt, was sie da vermitteln.

Was aber bringen die Arkaden? Werden sie wirklich Kaufkraft binden bzw. zurückholen?
Das ist zumindest die Hoffnung des Investors und der Stadtspitze.
Hoffen wird man ja wohl dürfen.

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